
Liebe DAV-Mitglieder in Sachsen,
ihr habt sicherlich schon gelesen, wie es mit dem Boofen weitergehen soll und euch davon hoffentlich weder das Weihnachtsfest noch den Jahreswechsel vermiesen lassen.
Seit dem 18.12.2025 ist bekannt, für welche Regelung des Boofens im Nationalpark ab 2026 sich das Umweltministerium entschieden hat: Es bleibt beim jährlichen Sperrzeitraum vom 1.2. bis 15.6., im Gegensatz zu den vergangenen Jahren unbefristet.
Als AG Boofen können wir diese Maßnahme aus den bekannten Gründen nicht mittragen (siehe Mitgliederinfo vom 27.11.2025 an dieser Stelle). Wir Bergsportverbände Landesverband Sachsen, Sächsischer Bergsteigerbund, Sektion Dresden und Akademische Sektion Dresden werden gegen die Regelung (d. h. die Änderung des Pflege- und Entwicklungsplan für den Nationalpark Sächsische Schweiz / Teil Bergsportkonzeption, Abschnitt Freiübernachten) Widerspruch einlegen und bereiten uns auf weitere rechtliche Schritte vor.
Wenn ihr die Regelung ebenfalls ablehnt, könnt ihr als Einzelperson, Klub oder Verein auch Widerspruch einlegen, wobei dieser erst im weiteren Verfahren begründet werden muss. Dazu schreibt ihr an:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Abteilung 5: Naturschutz und Boden
Postfach 10 05 10
01075 Dresden
Bitte beachtet, dass der Widerspruchsbescheid nicht kostenlos ist.
Das problematische Ausufern des Boofen in den Jahren bis 2022 war zum Teil nicht zu verhindern (Stichwort Fluch und Segen des Internets). Zum anderen Teil lag es allerdings an mangelhafter Kommunikation und Durchsetzung der damaligen Regeln. Als AG Boofen haben wir die Behörden auf verschiedene Fälle von Fehlverhalten hingewiesen, die online z. B. auf YouTube dokumentiert waren. Solche Ordnungswidrigkeiten wurden nach unserer Erfahrung nur sehr zögerlich verfolgt. In einem Fall, bei dem wir immer wieder nachhaken mussten, kann man durchaus von Verschleppung sprechen.
Die 2022 in Kraft getretenen Maßnahmen bewirkten im Wesentlichen, dass im Sperrzeitraum weniger gebooft wurde und dass die Findigen in illegale Boofen ausgewichen sind. Den gemeinsam mit den Behörden und Naturschutzverbänden vereinbarten Zielen wie keine Freiübernachtungen an nicht zugelassenen Stellen und keine Feuer sind wir nur wenig näher gekommen. Demnach ist absehbar, dass auch mit der Neuregelung die Zielstellung eines naturverträglichen Boofens verfehlt wird. Auch erscheint uns die Begründung nicht stichhaltig.
Es fällt mittlerweile schwer zu glauben, dass das Ministerium das Boofen in traditionellem und naturverträglichem Umfang erhalten will, auch wenn uns dies nach wie vor beteuert wird.
Unabhängig davon bitten wir euch, immer die folgenden Regeln beim Boofen einzuhalten und das auch von anderen einzufordern:
Damit schont ihr die Natur und außerdem auch eure Mitmenschen.
Beachtet, dass das Boofen im Nationalpark im Sperrzeitraum teuer werden kann (Bußgeld bis zu 50.000 Euro).
Die Mitteilung könnt ihr in unserem Pressebereich lesen und herunterladen.
Eure Arbeitsgruppe Boofen der Bergsportverbände

Die drei Dresdner Alpenvereinssektionen (Sektion Dresden, Sächsischer Bergsteigerbund, Akademische Sektion Dresden) und der Landesverband Sachsen des Deutschen Alpenvereins haben am 27. November 2025 eine gemeinsame Pressemitteilung zur Neuregelung des Boofens ab 2026 veröffentlicht. Darin sprechen sie sich gegen den Plan des Umweltministeriums aus, dauerhaft alle Boofen vom 01. Februar bis 15. Juni eines Jahres zu sperren. Stattdessen plädieren die Bergsportverbände für ein Jahresticket auf Schulungsbasis als zukünftige Regelung für das naturverträgliche Boofen.
Die gesamte Pressemitteilung könnt ihr in unserem Pressebereich lesen und herunterladen.
Die Mitgliederinformation zur Stellungnahme lest ihr auf der Seite des Landesverbandes Sachsen:
https://www.alpenverein-sachsen.de/Naturschutz/Boofen

Die Dresdner Hütte in den Stubaier Alpen erhielt zum 150-jährigen Jubiläum das DAV-Umweltgütesiegel. Die feierliche Übergabe erfolgte durch den Präsidenten des Deutschen Alpenvereins Roland Stierle und den Obmann der Siegelkommission, begleitet von Würdenträgern, der Familie Hofer (Hüttenpächter) und Mitgliedern der DAV-Familie. Das Umweltgütesiegel zeichnet nachhaltige, umweltverträgliche Betriebsführung aus und würdigt Maßnahmen wie Abfallreduktion, Wasserschutz, Energieeffizienz und -versorgung und die Förderung naturverträglicher Bergsteigernutzung. Es steht als Anerkennung für klare Umweltziele, transparente Berichterstattung und kontinuierliche Verbesserungsprozesse. Um das Siegel zu erhalten, müssen Hüttenbetreiber einen definierten Kriterienkatalog erfüllen, der Audits, Dokumentation und regelmäßige Re-Zertifizierungen (alle 5 Jahre) umfasst.
Informationen zu den Kriterien und eine Übersicht über die Hütten finden Sie hier: https://www.alpenverein.de/verband/huetten-und-wege/umweltguetesiegel
Dr. Kai-Uwe Ulrich
Beauftragter für Umwelt und Naturschutz in der Sektion
Hinweis: Ergänzend zu diesem Thema auch das Poster "Kühle Höhen - Heißes Thema: Klimaschutz auf der Dresdner Hütte" bei den Natur & Umwelt - Informationen

Tourismus & Freizeit — 11.12.2025
46.000 Bürger*innen unterzeichneten diesen Sommer die Resolution „Rettet die Berge – kein Rückschritt beim Alpenschutz!“ Am Internationalen Tag der Berge (11.12.2025) überreichen die beteiligten Verbände die Unterschriften an die Politik und fordern Nachbesserungen.
Hier weiterführende Informationen:
https://www.alpenverein.de/verband/natur-und-klima/umwelt-und-klimapolitik/kein-rueckschritt-beim-alpenschutz-uebergabe-am-tag-der-berge
https://www.cipra.org/de/news/uebergabe-der-petition-rettet-die-berge

Nachdem vor Jahren schon der Malerweg als Deutschlands schönster Mehretappenweg ausgezeichnet wurde, erhielt in diesem Jahr der Caspar-David-Friedrich-Weg die höchste Auszeichnung. Der 15 Kilomerter lange Rundwanderweg zwischen Krippen und Reinhardtsdorf-Schöna gewann die Publikumsabstimmung der Zeitschrift „Wandermagazin“ in der Kategorie Tagestouren. Ob der Hype um den berühmten Maler der Romantik die Abstimmung mitbestimmte sei dahingestellt, die veränderte Wegführung und die neuen Infotafeln am Wege sicherlich schon.
Wanderungen auf dem Caspar-David-Friedrich-Weg sind auch immer wieder in unserem Tourenprogramm zu finden. Hier einige Impressionen von der Wanderung, die Volker Schurig im September 2024 führte.
Der Erzgebirgs-Kammweg belegte übrigigens Platz 3 in der Kategororie Mehrtagestouren.
Egon Höller