Liebe Sektionsmitglieder,

im Kurs Tour: 75 - Praxiskurs Hochalpines Bergwandern
sind 2 Plätze freigeworden. Interessenten können sich kurzfristig hierfür anmelden.
Außerdem teilt der Tourenführer mit, dass für die
Tour: 124 - Prebischtor und Rosenberg
noch Anmeldungen möglich sind.
Liebe Sektionsmitglieder, liebe Bergfreunde,

vielleicht ist es dem einen oder anderen von Euch in den letzten Jahren aufgefallen: Auf unserer Hochstubaihütte war einiges los. Größere Baumaßnahmen haben die Hüttenwirtsleute und den verantwortlichen Hüttenwart ganz schön gefordert. Man könnte nun sagen: „Alles Vergangenheit, wir schauen nach vorn!" – doch ganz so einfach ist es leider nicht. Die Baustellen bleiben uns noch eine Weile erhalten und werden den Betrieb oben einschränken. Aber der Reihe nach.
Begonnen hatte alles im Jahr 2021 mit dem Ausbau des Winterraumgebäudes. Mitten in der Coronazeit war das eine echte Herausforderung – inklusive einem kompletten Jahr Pause, weil es unserem Auftragnehmer aus dem Ötztal schlicht an Personal fehlte. Dass sich die längere Bauzeit gelohnt hat, zeigt das Ergebnis: Wir besitzen jetzt ein echtes Winterraumschmuckstück. Ich persönlich nenne es immer „den schönsten Winterraum der Stubaier- und Ötztaler Alpen".
Dann folgten drei wasserlose Sommer – aber nicht im Sinne von zu wenig Regen. Vielmehr begann unser Trinkwasserspeichersee aus uns unbekannten Gründen plötzlich rasant an Wasser zu verlieren. Die Situation wurde so prekär, dass wir die Sanitäranlagen komplett schließen mussten, um wenigstens die Küche versorgen zu können. Die langen Gesichter unserer Gäste kann sich jeder vorstellen. Unser Motto dama
ls: Besser ungewaschen als unverpflegt. Zum Glück trafen wir meist auf Verständnis.
Doch das Problem musste dauerhaft gelöst werden: Also planten wir einen künstlichen Speichersee – selbstverständlich mit ingenieurtechnischer Federführung und behördlicher Überwachung. Entstanden ist ein natürliches Speicherbecken mit einem Damm aus Umgebungsgestein, ca. 150 m³ Inhalt, zwei Pumpenschächten und unzähligen Metern Kunststoffrohrleitung. Die Dichtheitsprobe steht diesen Sommer an – im Vorjahr fehlte es nach Fertigstellung an ausreichend Niederschlag und die Schneereste waren bereits geschmolzen.
Mitten in diese Maßnahmen hinein kam im September 2023 ein unscheinbarer Wanderer auf die Hütte. Im freundlichen Gespräch mit Wirt Thomas Grollmus stellte er sich als Lebensmittelinspektor der Bezirkshauptmannschaft Imst vor und bat um Zugang zu Küche und Lagerräumen. Wer sich ein wenig auskennt, weiß: Unsere Küche war damals noch nahezu im Originalzustand von 1938. Das Besuchsprotokoll und die Auflagen des durchaus bergaffinen Inspektors führten schließlich zur einer weiteren anspruchsvollen Baumaßnahme: dem kompletten Neubau der Küche.
Bereits im September 2025 erklärten sich acht Bergfreunde zu einem Arbeitseinsatz bereit, um die drei alten Küchenräume zu entkernen. Was als Ausräumen geplant war, endete mit dem kompletten Rückbau aller Innenwände – und das binnen fünf Tagen. Übrig blieb ein großer, leerer Raum mit 50 m² Fläche, bereit für den Neubeginn.
In diesem Sommer (geplant vom 8. Juni bis 19. Juli 2026) stehen folgende Arbeiten an:Durchbruch der Außenwand und Einbau einer Terrassentür
Während dieser Zeit ist der Hüttenbetrieb stark eingeschränkt. Konkret bedeutet das: Unser Hüttenwirt kann maximal 10 bis 12 Gäste pro Tag bewirten – denn die „Notküche" ist provisorisch in der Gaststube untergebracht und belegt genau die Plätze, die sonst unsere Gäste einnehmen.
Damit nicht genug: Noch in diesem Jahr müssen wir uns auf eine weitere Auflage des Landes Tirol einstellen. Unsere 2011 eingebaute Abwasseranlage verliert Ende 2026 ihren Bestandsschutz. Zwar wurde eine Verlängerung beantragt, doch die Chancen stehen schlecht. Das heißt höchstwahrscheinlich für 2026 und 2027: wieder planen, kalkulieren, ausschreiben, bauen. Die wichtigste Eigenschaft in diesem Zusammenhang – viel Geld ausgeben – hätte ich fast vergessen zu erwähnen.
Liebe Sektionsmitglieder, mir war es ein Bedürfnis, Euch mit diesem kleinen Bericht wieder einmal auf den aktuellen Stand zu bringen. Lasst Euch von all den Baustellen nicht abschrecken, unsere schöne Hochstubaihütte zu besuchen. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn alle diese Maßnahmen abgeschlossen sind, ist das Bauen zwar nicht vorbei – irgendetwas wird immer gemacht. Aber die Hütte wird dadurch nicht nur schöner, sondern auch ein kleines bisschen moderner. Und das ist gut so.
Ich wünsche allen Mitgliedern unserer großen Sektion Dresden ein erlebnisreiches, unvergessliches und vor allem unfallfreies Bergjahr 2026.
Mit bergfestem Gruß
Heiko Kunath
Hüttenwart Hochstubaihütte (3.175 m)

Tourismus & Freizeit — 11.12.2025
46.000 Bürger*innen unterzeichneten diesen Sommer die Resolution „Rettet die Berge – kein Rückschritt beim Alpenschutz!“ Am Internationalen Tag der Berge (11.12.2025) überreichen die beteiligten Verbände die Unterschriften an die Politik und fordern Nachbesserungen.
Hier weiterführende Informationen:
https://www.alpenverein.de/verband/natur-und-klima/umwelt-und-klimapolitik/kein-rueckschritt-beim-alpenschutz-uebergabe-am-tag-der-berge
https://www.cipra.org/de/news/uebergabe-der-petition-rettet-die-berge

Kurz vor Weihnachten veröffentlichte das Sächsische Umweltministerium seine Entscheidung, alle Boofen im Nationalpark Sächsische Schweiz dauerhaft vom 01.02. bis 15.06. eines Jahres zu sperren. Das stellt einen starken Einschnitt in gelebte Klettertraditionen und das Naturerleben im Nationalpark dar. Deshalb haben die Bergsportverbände Widerspruch eingelegt.
Diese pauschalen Sperrungen können die aktuellen Probleme beim Boofen im Nationalpark nicht lösen. Das von der Projektgruppe Freiübernachten vorgeschlagene „Jahresticket auf Schulungsbasis“ bietet hingegen die Chance dafür.
„Die Begründung der Sperrungen mit dem Schutz bedrohter Vogelarten halten wir für vorgeschoben. Die Behörden betonen selbst, dass es nicht ausschließlich um die Brutzeit der Großvogelarten geht, sondern generell eine nächtliche Beruhigung anzustreben sei. Schulungen zielen auf das Verhalten der Leute ab, und zwar ganzjährig. Das ist relevanter als die bloße An- oder Abwesenheit“, erklärt René Jentzsch, Naturschutzreferent der Akademischen Sektion Dresden.
Christian Rucker, 1. Vorsitzender der Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins (DAV), ergänzt: „Wir erwarten aufgrund der Sperrungen Ausweicheffekte in sensiblere Bereiche des Nationalparks. Das wird offenbar bewusst in Kauf genommen. Damit ist die Entwicklung hin zum Totalverbot des Boofens im Nationalpark bereits absehbar.“
„Das Umweltministerium lehnt das „Jahresticket auf Schulungsbasis“ als angeblich nicht rechtssicher ab. Uns liegt jedoch ein Gutachten vor, das eine rechtssichere Umsetzung für möglich hält. Auch das möchten wir mit unserem Widerspruch überprüfen lassen“, betont Ludwig Trojok, 1. Vorsitzender des Landesverbandes.
„Bisher hatten wir bei Spannungen zwischen Naturschutz und Bergsport in der Sächsischen Schweiz immer gemeinsam Lösungen gefunden. Nun kündigt das Sächsische Umweltministerium erstmals in 36 Jahren diese Zusammenarbeit auf, indem es einen durchdachten Kompromissvorschlag vom Tisch fegt. Das ist ärgerlich und unverständlich“, resümiert Michael Scharnweber, Vorstand für Bergsteigen im Sächsischen Bergsteigerbund.
Zum Hintergrund verweisen wir auf unsere vorherige Pressemitteilung vom 27.11.2025.
Für weitere Informationen und Rückfragen zum Thema Boofen in der Sächsischen Schweiz stehen Ihnen Ludwig Trojok (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und Michael Scharnweber (michaelDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) als Ansprechpartner zur Verfügung.
Diese Mitteilung könnt ihr in unserem Pressebereich herunterladen.
Mehr zum Thema:
Pressemitteilung vom 27.11.2026 zur Neuregelung des Boofens
Mitgliederinformation vom 12.01.2026 zur Neuregelung des Boofens ab 2026
Eure Arbeitsgruppe Boofen der Bergsportverbände

Die Dresdner Hütte in den Stubaier Alpen erhielt zum 150-jährigen Jubiläum das DAV-Umweltgütesiegel. Die feierliche Übergabe erfolgte durch den Präsidenten des Deutschen Alpenvereins Roland Stierle und den Obmann der Siegelkommission, begleitet von Würdenträgern, der Familie Hofer (Hüttenpächter) und Mitgliedern der DAV-Familie. Das Umweltgütesiegel zeichnet nachhaltige, umweltverträgliche Betriebsführung aus und würdigt Maßnahmen wie Abfallreduktion, Wasserschutz, Energieeffizienz und -versorgung und die Förderung naturverträglicher Bergsteigernutzung. Es steht als Anerkennung für klare Umweltziele, transparente Berichterstattung und kontinuierliche Verbesserungsprozesse. Um das Siegel zu erhalten, müssen Hüttenbetreiber einen definierten Kriterienkatalog erfüllen, der Audits, Dokumentation und regelmäßige Re-Zertifizierungen (alle 5 Jahre) umfasst.
Informationen zu den Kriterien und eine Übersicht über die Hütten finden Sie hier: https://www.alpenverein.de/verband/huetten-und-wege/umweltguetesiegel
Dr. Kai-Uwe Ulrich
Beauftragter für Umwelt und Naturschutz in der Sektion
Hinweis: Ergänzend zu diesem Thema auch das Poster "Kühle Höhen - Heißes Thema: Klimaschutz auf der Dresdner Hütte" bei den Natur & Umwelt - Informationen